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Das 1. Kinderfahrrad

Cnog Pro Series Kinderfahrrad

Dein Kind fährt schon fleißig Laufrad und du überlegst ein Fahrrad an zu schaffen.

Lies dir am Besten meinen Artikel zur richtigen Rahmengröße bei Kinderfahrrädern durch.

Dann weißt du schonmal was ich bei der Auswahl von Kinderfahrrädern für wichtig halte. Weil ich, die 16" Laufradgröße für das ideale Einstiegsmaß halte, sollen hier nur 16" Kinderräder behandelt werden. Ist das 16" Rad noch zu groß besuche doch mal meinen Kinderlaufradvergleich.

Hier bekommst du einen Überblick welche Marken und Fahrräder am Markt sind, und wie sich die einzelnen Räder voneinander unterscheiden.

Woom Bikes

Woom Bikes ist eine österreichische Marke die sich rein auf Kinderfahrräder spezialisiert. Ich habe selbst auch von Woom gekauft und bin sehr zufrieden.

Woom 3

Woom 3 Kinderfahrrad

Das Woom 3 hat 16", 95mm Kurbellänge und einen BMX Lenker. Außerdem wird in der Grundversion auf sämtliche Anbauteile verzichtet. Mit seinem Aluminiumrahmen kommt es auf 5,7kg (Herstellerangabe). Besonders gut ist der Kettenschutz gelöst. Anstatt der herkömmlichen Kettenverkleidung, wie man sie bei den 0815 Kinderrädern sieht, Wird ein "Bashguard" verwendet. Der spart Gewicht, schützt die Hose und schützt den Antrieb, wenn der kleine Rennfahrer einmal aufsitzen sollte. Das Woom 3 gibt es in 5 verschieden Farben, und wenn die Kleinen wirklich darauf bestehen, gibt es Anbauteile zum Nachrüsten. Woom bietet außerdem einen Tauschservice durch den man günstig aufs nächst größere Modell wechseln kann. Allerdings sind die Räder auch am Gebrauchtmarkt so gefragt, dass man ohnehin mit sehr wenig Wertverlust durchkommt.

Wie auch die anderen modernen Kinderräder, ist das Rad mit Freilauf und V-Brake vorne und hinten ausgestattet. Es wird also auf die Rücktrittbremse verzichtet. Kinder haben zu beginn Probleme sich bei einem Rücktrittfahrrad die Pedale so zu stellen, dass sie ordentlich losfahren können.

 

Außerdem gibt es für das Woom 3 eine 2 Gang Automatik. Ohne zutun des Kindes, schaltet das Rad einen Gang runter um Steigungen besser überwinden zu können. Rein optisch erkennt man schon, dass Woom auf eine sehr hohe Lenkerposition setzt. So ergibt sich eine sehr aufrechte Sitzposition. Das hat den Vorteil, dass das Kind automatisch nach vorne schaut (was bei den Kleinen noch nicht selbstverständlich ist). Wenn das Kind größer ist, dreht man den Lenker weiter nach vorne, so wird aus einem gemütlichen Cruiser, ein sportliches BMX.

 

KUbikes

KUbikes ist ein deutscher Hersteller, der sich zur Aufgabe gemacht hat, gute Kinderräder zu entwickeln. Mit Woom steht der Hersteller in direkter Konkurrenz. KUbikes bietet einen praktischen Bike Konfigurator, der keine Wünsche offen lässt. Dafür muss man wissen, das man will.

KUbike 16

Das KUbike 16 erfüllt alle Eigenschaften des Woom 3.

  • Gewichtsoptimiert
  • gleicher (Startpreis)
  • optionale 2 Gangschaltung
  • Bashguard

Unterscheiden tut sich das KUBike 16 vom Woom offensichtlich durch den geraden Lenker. Das bedeutet prinzipiell weniger Einstellmöglichkeit. Andererseits ist die Lenkerposition schon optimiert. D.h. wer sich ohnehin nicht besonders mit der Lenkerposition beschäftigen will, hat schon eine sehr gute Grundeinstellung.

Der 2. Unterschied sind die vielen Optionen. Diese beschränken sich nicht, so wie bei Woom auf Anbauteile (die dem Gesamtgewicht (un)zuträglich sind).

 

Beim KUbike 16 gibt es optional:

  • sämtliche RAL Farben und verschiedene Designs
  • verschiedene Reifenoptionen
  • verschiede Sattelstützen (zur Gewichtsersparnis)
  • Titalschnellspanner
  • 2 verschiede Kettenblätter
  • leichtere Bremsen
  • leichtere Alupedale

Man kann von einem Startpreis von 329€* mit allen Optionen bis 725€* aufrüsten, was technikverliebten Vätern sehr gefallen mag. Verglichen mit dem Woom, ist die Lenker Position sportlicher. Weil der Lenker in Relation zum Sattel tiefer sitzt. Die ersten Meter könnten schwieriger sein, als mit dem Woom. Sitzt das Kind dann fest im Sattel, passt die Lenkerposition sicher sehr gut. Das KUbike setzt außerdem auf mehr Speichen (20) als Woom bzw. das Isla Cnog (16), was die Laufräder stabiler macht. Gewichtsmäßig ist es die gleiche Liga: 5,2kg - 5,7kg (Herstellerangabe)

Isla Bikes

Isla Bikes ist ein englischer Hersteller, der sich ebenfalls auf qualitative Kinderfahrräder spezialisiert. Die Firma wurde 2006 vom 3fachen britischen Cyclocross Champion Isla Rowntree gegründet. Wer die Webseite besucht wird schnell erkennen, dass hier viel Leidenschaft in die Fahrräder gesteckt wird

Cnog 16

Das Cnog 16 wirkt von außen ein wenig konservativ. Vielelicht liegt das an dem speziellen Kettenschutz, der ein bißchen an ein altes Damenrad erinnert und trotzdem modern aussieht.

Das ist vielleicht auch der wesentlichste Unterschied zu Woom und Kubikes. Mit den 6,1kg Herstellerangabe spielt das Rad auf alle Fälle in der oberen Liga mit. Der Lenker ist wieder ähnlich wie beim Woom im BMX Design ausgeführt. Obwohl die Lenkerüberhöhung eher zwischen Woom und Cnog liegen dürfte. Außerdem wirken die Bremsgriffe aus Aluminium so wie die anderen Komponenten wirklich sehr hochwertig.

Sehr gut gefallen auch die leichten Kunststoffpedale, mit den Kunststoffpins die sicher mehr Halt geben als die Woom Pedale und die KUbike Standardausführung. Preislich liegt es in der Standardausführung gleich wie KUbike und Woom. Es gibt sogar eine Cnog Pro Series Ausführung mit sagenhaften 4,2kg (Herstellerangabe) um GBP 799,99* ca 930€. 

Kokua Bikes

Kokua Bikes ist ein deutsches Unternehmen, das sich ebenfalls leichte Kinderfahrräder zum Ziel gesetzt hat. Rolf Mertens (Produktdesigner von Kokua) gilt als Erfinder bzw. Wiederentdecker des Kinderlaufrads. Kokua Bikes stechen durch außergewöhnliche Geometrien hervor.

Kokua LIKEtoBIKE 16

Beim LIKEtoBIKE 16 fällt sofort die außergewöhnliche Rahmengeometrie des Hinterbaus auf. Leider gibt Kokua keine Begründung oder Vorteile für die Rahmengeometrie an. Daher gehe ich davon aus, dass es sich um rein optische Designvorteile handelt.

Gewichtsmäßig wird das Kokua mit 7,5kg angegeben, was doch deutlich über der Leichtbau - Konkurrenz liegt. Allerdings ist da schon Seitenständer und Klingel mit inbegriffen.

Kokua Bikes setzt genau wie KUBikes und Woom auf einen Bashguard als Kettenschutz.

Weniger gut gefällt mir - ähnlich wie beim Laufrad LIKEaBIKE Jumper, der eher schmale Lenker und der lange Vorbau. Dummerweise kann ein Erwachsener das Rad nicht probefahren. Äußerlich wirkt die Geometrie aber weniger ausgewogen als die der Mitbewerber.

Das Rad gibt es wahlweise mit Rücktrittbremse oder 2 V-Brakes. Außerdem lässt sich auch für dieses Rad die 2 Gang Automatik dazu bestellen.

Fazit

Das Woom 3, das KUbike 16 und das Isla Cnog 16 liegen qualitativ und preislich sehr eng beieinander. Das Kukuna LIKEtoBIKE 16 hat meiner Meinung nach Mankos in der Geometrie, ist zu schwer (sofern alle Herstellerangaben stimmen) und sogar noch etwas teurer als seine Konkurrenz.

Wer sich zwischen Woom, KUbike und Isla Bikes entscheiden muss, der greift zum Woom wenn ihm die aufrechte Sitzposition ein Anliegen ist, zum KUbike wenn die 20 Speichen Laufräder überzeugen oder man ein paar spezielle Ausstattungsvarianten anklicken möchte, oder zum Isla, weil es einen guten Kompromiss zwischen KUbike und Woom darstellt.

Wem diese Aspekte nicht genügen, der kann sich ansehen, welches Rad in seiner Region am verbreiteten ist. Dementsprechend gut oder schlecht wird es sich nämlich wiederverkaufen lassen, was bei schnell wachsenden Kindern nach 2-3 Jahren das Kriterium sein könnte.


* Preisangaben ohne Gewähr

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Kommentare: 6
  • #1

    Daniel Siegl (Donnerstag, 22 Februar 2018 13:36)

    Warum keine klassiker von Specialized oder ähnlichen im Vergleich.

  • #2

    Quality Dad (Donnerstag, 22 Februar 2018 14:14)

    Hallo Daniel, Danke für Deinen Kommentar. Du hast recht - für einen radsport-begeisterten Vater, ist es naheliegend erstmal seine Lieblingsmarken ab zu klappern. Leider ist der Blick zu den bekannten Marken recht ernüchternd. z.B. hat Specialized in 16" nur das Riprock 16 im Programm. Dieses wird mit Stützrädern, Rücktritt und ohne Gewichtsangabe angeboten, woran man schnell erkennt, dass renommierte Marken nicht automatisch Spezialisten für Kinderfahrräder sind.
    lg
    Martin

  • #3

    Peter (Donnerstag, 28 Juni 2018 20:05)

    Hallo Martin, warum hälst du denn 16 Zoll für die richtige Größe beim ersten Fahrrad? Die "guten" Hersteller sind sich ja einig, dass 14 Zoll die neue Einstiegsgröße ist (im Gegensatz zu dem klassischen Puky Fahrrad mit 12 Zoll Rädern).
    Der Vorteil der kleineren Räder ist ja vorallem die leichtere Handhabbarkeit. Auch wenn ein Kind bereits auf das 16 Zoll Modell passt wird ihm das Fahrradfahrenlernen auf dem 14 Zoller leichter fallen. Ja, es wächst früher aus diesem heraus, aber in dem Alter braucht man ja eh jedes Jahr ein neues Fahrrad. Der Wertverlust ist bei diesen Rädern ja auch minimal. LG, Peter von https://dasKinderrad.de

  • #4

    Quality Dad (Donnerstag, 28 Juni 2018 23:28)

    Hallo Peter,

    danke für deine Anmerkung. Du hast Recht - der gute Wiederverkaufswert relativiert das Problem, dass das 14" Fahrrad sehr bald zu klein ist. Es stimmt auch, dass man von zu großen Rädern die Finger lassen sollte. Wenn man das aber auch fürs Laufrad berücksichtigt - das heißt das Kind sehr lange Laufrad fahren lässt, und entsprechend später aufs Fahrrad umsteigt, kann man das 14" Rad auslassen. Beobachtet man die typischen 14" Piloten auf den Spielplätzen, sieht man entweder, dass die Kurbeln schon zu kurz sind, und ein 16" besser passen würde, oder das die Kinder einfach noch sehr klein sind und entsprechend wackelig unterwegs sind. Mit den kurzen Kurbeln gehts auch kaum schneller vorwärts, als mit dem Laufrad.
    Das 16" Rad passt dann ca. 2,5 Jahre (Alter 3,5 - 6). z.B. das Woom 3 beginnt als gutmütiger Cruiser und mit der Fahrpraxis wächst das Kind, wie auf einem BMX über den Lenker. Mein Sohn ist jetzt 5 und hat, nachdem sein woom 3 leider gestohlen wurde, wieder ein woom 3 bekommen, weil er mit einem 20" auf Pumptracks, BMX Bahn und Skatepark noch keinen Spaß hätte.
    lg
    Martin

  • #5

    Maximilian (Montag, 22 Oktober 2018 16:15)

    Hallo Martin,

    ein kleinen Punkt, den viele Leute nicht beachten ist der Q-Faktor.
    Der ist beim woom (137mm) und beim Isla Bike (140mm) definitiv besser als beim KUbike (157mm). Beim Kokua finde ich dazu leider keinen Wert. Der Abstand macht aber bei der entsprechenden Kindergröße schon einen riesen Unterschied.

    LG Max

  • #6

    Quality Dad (Mittwoch, 31 Oktober 2018 12:06)

    Hallo Max,

    danke für den Input!
    lg
    Martin